VideosBauen & Sanieren

Komfortabel leben im Passivhaus

Wer sich für ein Passivhaus entscheidet, muss seinen Alltag ein wenig anpassen. Keine Heizung, dafür eine nahezu luftdichte Gebäudehülle – ob das angenehm sein kann?

Passivhäuser kommen fast vollständig ohne Heizung aus, der Energiekennwert für Heizwärme liegt unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Wärmebedarf wird durch passive Quellen abgedeckt: die einfallende Sonnenwärme, aber auch die Körperwärme von Personen und die Abwärme von technischen Geräten im Haus. Damit das System funktioniert, ist eine sehr gute Wärmedämmung in Kombination mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung notwendig.

Ein Segen für Pollenallergiker

Extrem gute Dämmung und dreifach verglaste Fenster und Türen machen das Passivhaus nahezu luftdicht. Daher ist eine Lüftungsanlage unbedingt notwendig. Diese saugt frische Außenluft an und führt verbrauchte Luft nach außen ab. Das sorgt für immer gleichbleibend gute Luft im Haus – Staub und Pollen bleiben draußen!

Wohlige Wärme

Die Raumtemperatur liegt konstant das ganze Jahr über bei 20 bis 22 Grad. Für ein sehr angenehmes Raumklima sorgen hohe Oberflächentemperaturen mit geringen Temperaturdifferenzen zur Raumluft. Das fühlt sich behaglich an, auch direkt neben Fenstern und Türen. Natürlich können die Fenster bei Bedarf auch geöffnet werden, der Luftwechsel über die Lüftungsanlage ist allerdings effizienter und regelmäßiger als bei der Lüftung durchs Fenster. Feuchtigkeits- oder Schimmelschäden sind in Passivhäusern nahezu ausgeschlossen.

Langfristig rentabel

Um Wärmeverluste zu vermeiden, werden Passivhäuser möglichst kompakt gebaut. Eine Ausführung als Holzbau oder in Massivbauweise ist möglich, wobei Passivhäuser aus Holz etwas teurer sind. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Baukosten um 10 bis 15 % höher sind als bei einem durchschnittlichen Neubau. Bewohner von Passivhäusern investieren in erneuerbare Energie, die höheren Baukosten amortisieren sich über die Jahre.

Tipp

Schon bei der Auswahl des Grundstückes müssen einige Aspekte berücksichtigt werden. Um Passivhausstandards zu erreichen, dürfen die Dachflächen nicht verschattet werden. Große Bäume oder hohe Häuser in unmittelbarer Umgebung machen ein Grundstück für ein Passivhaus ungeeignet.

Es gibt auch Nachteile

Neben den höheren Baukosten sind für viele Häuslbauer auch die notwendigen architektonischen Einschränkungen (sehr kompakte Bauweise, keine Erker oder Ausbuchtungen) ein Grund, sich gegen ein Passivhaus zu entscheiden.

Wer bisher in einem konventionellen Haus gewohnt hat, muss sich auch ein wenig umgewöhnen – so fehlt zum Beispiel ein fühlbares Wärmeerlebnis wie in Häusern mit herkömmlicher Heizung. Negativ anzumerken ist auch, dass die Herstellung des notwendigen Dämmmaterials (je nach verwendetem Produkt) unter Umständen nicht sehr umweltfreundlich ist.

Teilen: