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Sigi baut ein Haus. Für ganz wenig Geld.

Denkst du auch manchmal darüber nach, wie es wäre, aus dem Hamsterrad auszubrechen? Nicht mehr nur zu arbeiten, um Geld zu verdienen, um immer mehr zu besitzen, damit du dir alles leisten kannst, was du haben möchtest – auch wenn es Dinge sind, die du vielleicht gar nicht brauchst? Der aus Mattersburg stammende Künstler Sigfried Strobl hat sich in Forchtenstein seinen Traum erfüllt und aus Dingen, die für andere schon ausgedient hatten, ein Haus gebaut.

Er nimmt, was da ist, investiert Zeit, Know-how und Liebe und das Ergebnis kann sich sehen lassen:
ein Holzriegelbau auf Stelzen, mit Strohdämmung, einem 6 kW Holzofen als Wärmequelle und Einrichtungsgegenständen mit Geschichte.

Für ein Tiny House fast schon zu groß 
Mit seinen 60 m2 ist das kleine Haus fast zu groß, um noch als Tiny House durchzugehen – so viel Platz war eigentlich gar nicht geplant. Die Größe gründet sich auf die Bauvorschriften, die eine Bewilligung als Wohnhaus erst ab 60 m2 Wohnfläche vorsehen. Mit Baukosten von etwa 45.000 Euro und monatlichen Betriebskosten von 200 Euro ist dieses Haus jedenfalls konkurrenzlos günstig. Die geringen Baukosten sind allerdings nur durch Eigenleistung möglich!

Vom Recycling zum Upcycling
Nicht nur, dass Sigi und seine Frau Teresa wertvolle Rohstoffe, wie 120 Jahre altes Bauholz, wiederverwenden, sie wandeln Möbel und Gebrauchsgegenstände mit viel Engagement in neuwertige Produkte um und hauchen ihnen so neues Leben ein. So wird aus dem Sperrmüll der Einen mit handwerklichem Geschick und Fantasie das neue Interieur der Anderen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, die Nachahmer sucht, um die Ressourcen der Welt zu schonen und die Müllberge abzubauen. Die beiden jedenfalls haben einen Schritt von der Wegwerfwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft getan und gezeigt, wie das Reparieren und Wiederverwenden von Produkten sinnvoll funktionieren kann.

Einfach leben
Als Inspiration diente Sigi eine deutsche Vorreiterin der Philosophie des einfachen Lebens, die Krankenpflegerin und Lehrerin Anne Donath, die seit fast 40 Jahren in einer 16 m2 großen Holzhütte analog und in vielem autark in einem oberschwäbischen Dorf lebt. 

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